Haarausfall
Wann spricht man von Haarausfall?
Der Verlust von Haaren ist normalerweise ein natürlicher Prozess. Jedes Haar wächst nur eine bestimmte Zeit und fällt schließlich aus. So sind 50 bis 60 ausgefallene Haare pro Tag als normal anzusehen. Die Grenze zwischen natürlichem und therapiebedürftigem Haarausfall verläuft fließend. Von krankhaftem Haarausfall spricht man in der Regel, wenn ein erheblicher Unterschied zwischen der Anzahl der Haare besteht, die abgestoßen werden und solchen, die nachwachsen. Der tägliche Verlust an Haaren umfasst über einen längeren Zeitraum mehr als 100 Haare.
Was ist Alopezie?
Unter dem Begriff "Alopezie" versteht man den nicht physiologischen Zustand der sichtbaren Verminderung von Haaren, anhaltend über einen längeren Zeitraum, an Stellen, die normalerweise behaart sind. Mit anderen Worten bezeichnet die Alopezie allgemein eine sichtbare Lichtung des Kopfhaars und stellt damit die Folge eines Haarausfalls dar. Ein gesteigerter Haarausfall muss nicht zwangsweise zu einer Alopezie führen.
Welche Formen des Haarverlusts gibt es?
- Erblich bedingter Haarverlust
(androgenetische Alopezie)
Eine androgenetische Alopezie kann sowohl bei Frauen als auch bei Männern auftreten. Man spricht dann zum Beispiel von einer androgenetischen Alopezie vom männlichen Typ.
Bei Männern beginnt diese Erkrankung typischerweise mit dem Zurückweichen der Haare an den Schläfen, es entstehen die sogenanten Geheimratsecken. Mit Fortschreiten der Erkrankung sind dann auch die oberen und hinteren Bereiche des Kopfes betroffen. Meist geschieht die Ausdünnung zu Beginn rasch und verlangsamt sich im weiteren Verlauf. Bei einem Drittel der Betroffenen fällt der Beginn der Erkrankung vor das 30. Lebensjahr, auch ein Auftreten bereits in der Pubertät ist möglich. Wie schnell und mit welchem Ausmaß der Verlust der Haare fortschreitet ist individuell unterschiedlich.
Ein typisches Muster sehen Sie hier:

Als Ursachen für den erblich bedingten Haarausfall kann man 3 Faktoren ausmachen: Gene, Androgene und Lebensalter. So ist genetisch nicht nur festgelegt, in welchem Lebensalter der Haarverlust auftritt, sondern auch die Schnelligkeit und das Ausmaß der Glatzenbildung.
In einem individuell unterschiedlichen Alter beginnen die Haarwurzeln der Betroffenen empfindlich auf DHT (Dihydrotestosteron) zu reagieren. Diese Substanz ist ein so genanntes Androgen und entsteht im Körper durch die enzymatische Umwandlung von Testosteron, dem wichtigsten männlichen Geschlechtshormon.
DHT hat wichtige Funktionen im Körper. Es ist z. B. für die Entwicklung und Funktion der Prostata verantwortlich. DHT führt bei Männern, die empfindlich auf die körpereigene Substanz reagieren, zu einer Verkürzung der Haarwachstumsphase und zu einer Verkleinerung der Haarfollikel. Die Haare werden dadurch zunehmend dünner und kürzer, bis schließlich die Haarbildung aufhört.
Das typische Muster des Haarverlusts kommt dadurch zustande, dass Männer am Vorderkopf 30 % mehr Andockstellen für Androgene besitzen als im Bereich des Hinterkopfes.
Auch Frauen können von dieser Form des Haarausfalls betroffen sein. Meist tritt bei ihnen die Erkrankung später auf und nimmt einen anderen Verlauf. Eine komplette Glatze wird hier seltener beobachtet, weil Frauen etwa 40 % weniger Androgenrezeptoren besitzen als Männer. Wegen dieser Unterschiede kommt bei Frauen auch eine andere Therapie zur Anwendung.
- Kreisrunder Haarausfall (Alopecia areata)
Diese Form des Haarausfalls bezeichnet einen runden, lokal abgegrenzten krankhaften Haarausfall. Wegen der typischen kreisrunden kahlen Stellen auf dem ansonsten behaarten Kopf, spricht man auch von kreisrundem Haarausfall. Alopecia areata ist die häufigste entzündliche Haarausfallerkrankung und tritt bevorzugt zwischen dem 10. und dem 30. Lebensjahr auf.
Eine genaue Ursache ist nicht bekannt. Man vermutet, dass es sich um eine so genannte Autoimmunreaktion handelt, bei der sich das Immunsystem des Körpers gegen die eigenen Zellen der Haare richtet.
- Diffuser Haarausfall (diffuse Alopezie)
Der diffuse Haarausfall ist dadurch gekennzeichnet, dass sich der Haarverlust nicht auf bestimmte Areale begrenzt, sondern meist unspezifisch über den ganzen Kopf verteilt ist.
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Mögliche Ursachen:
- Infektionen
- Erkrankungen wie z. B. Diabetes
- Fehl- oder Mangelernährung
- Hormonelle Veränderungen z. B. nach einer Entbindung
- Stresssituationen
- Arzneimittel
- Vergiftungen
- Erkrankungen der Kopfhaut
Stellen Sie an sich eines der beschriebenen Symptome fest, sollten Sie sich an einen Facharzt (Dermatologen) wenden, um die genaue Ursache abzuklären und eine für Sie geeignete Behandlung zu finden.



