Wundversorgung mit Hydrokolloidverbänden
Die Wundheilung ist ein physiologischer Vorgang. Wird die Haut verletzt, versucht der Organismus, die defekte, ungeschützte Stelle so bald wie möglich zu schließen. Damit wird versucht, einen größeren Wasser- und Wärmeverlust zu vermeiden, das Austrocknen der Wundfläche zu verhindern und die Wunde vor äußeren Einflüssen sowie Infektionen und mechanischen Reizen zu schützen.
Die offene Wundbehandlung hat physiologisch begründete Vorteile bei großflächigen Hautdefekten mit ausgedehnter Weichteiltraumatisierung. Diesen Vorteilen steht die Gefahr einer sekundären Keimbesiedlung und somit einer Wundinfektion gegenüber.
Seit Mitte der sechziger Jahre benutzt man zur Abdeckung großflächiger Brandwunden Hauttransplantate. Seitdem wurden verschiedene Hautersatzmaterialien entwickelt, die zur Abdeckung von Wunden verwendet werden.
Wundbehandlung mit herkömmlichem Verbandsmaterial
- Herkömmliches Verbandsmaterial kann mit dem eintrocknenden Wundsekret verkleben.
- Der Verbandswechsel ist mit zusätzlichen Schmerzen für den Patienten verbunden.
- Neugebildetes Gewebe kann bei einem Verbandswechsel wieder zerstört werden, und so wird die Abheilung der Wundfläche verzögert.
Wundbehandlung mit neuartigem Verbandsmaterial
Deshalb wurde ein Okklusivverband entwickelt, der die Fähigkeit besitzt, Wundsekret zu absorbieren: Der Hydrokolloidverband.
Kolloide sind in der Natur weit verbreitet und spielen bei Lebewesen eine zentrale Rolle. Zu ihnen gehören Lipoproteidkomplexe, zahlreiche Proteine (Gelatine), Polysaccharide (Pektin) und Zellulosen (CMC).
Der Hydrokolloidverband trägt aufgrund seiner Zusammensetzung und seines Wirkmechanismus zu den Eigenschaften des physiologischen Milieus bei:
- Die Okklusion hält ein feuchtes Milieu aufrecht und stellt einen Treibhauseffekt her.
- Die Aufnahme von Wundsekret führt zur Ausbildung eines gelartigen und kolloidalen Milieus. Dadurch wird ein Verkleben des Wundsekrets mit dem Verband verhindert.
An die Stelle der vollständigen Okklusion ist ein neuartiges Wirkprinzip getreten, die Semi-Okklusion, die sich bei Gasdurchlässigkeit der verwendeten Trägersubstanz ergibt.
Beim Auflegen ist der Hydrokolloidverband okklusiv. Das mit zunehmender Exsudat-Aufnahme entstehende kolloidale Gel verändert die Durchlässigkeit und ermöglicht einen Gasaustausch. Der überschüssige Wasserdampf verdunstet nach außen.
Für von außen kommende Flüssigkeiten und Bakterien bleiben die neuen Verbände undurchlässig und schützen auf diese Weise die Wunde.
Diese komplexen Wirkmechanismen, die im Vergleich zu den Hydrokolloidverbänden der ersten Generation weiterverfeinert worden sind, waren der Ausgangspunkt für die Entwicklung von Traumasive®.



